Eisblumenkind – Buchcover von Albert Parsch, Fahner Verlag

Eisblumenkind

Eine Nachkriegskindheit in Bamberg

Albert Parsch

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„Meiner wunderbaren Großmutter Kunigunde Rieß gewidmet.“

Das Buch

Eine Kindheit zwischen Trümmern und Hoffnung

Eisblumenkind – Buchcover

Der Autor Albert Parsch, 1945 in Bamberg geboren, erzählt in Eisblumenkind von seiner Kindheit im Nachkriegs-Bamberg – einer Zeit, in der das Überleben den Alltag bestimmte. Von der engen Wohnung in der Altenberger Straße über den Geruch des Waschhauses bis zu den Eisblumen am Fenster: Parsch bewahrt Erinnerungen an eine Welt, die es so nicht mehr gibt.

Er erzählt von seiner Großmutter Kunigunde, die ihn mit Kartoffelsuppe und Geschichten durch die härtesten Winter brachte. Von Kindern, die Trümmergelände zu Abenteuerspielplätzen machten. Von der Altenburg als geheimnisvollem Spielplatz. Und von den Eisblumen – jenen fragilen Kunstwerken an den Fenstern, die mit dem ersten Sonnenstrahl verschwanden.

Und die Eisblumen … sie sind Vergangenheit. Es gibt sie nicht mehr, sie sind einfach verschwunden. Genauso wie die in diesem Buch beschriebene Zeit! – Letzter Satz des Buches

176 Seiten · Fahner Verlag, Lauf a. d. Pegnitz · Erschienen 2022
Bildquellen: Albert Parsch, Stadtarchiv Bamberg

Leseprobe

Drei Geschichten aus dem Buch

Erste Erinnerungen

Ich war etwa drei Jahre alt. Wie jeder Tag stand ich mit meinen kleinen Füßen auf dem kalten Holzboden. Der Weg zum Dachgaupenfenster war nicht weit und es mir erlaubt, vom Dachgaupenfenster aus auf die Straße zu gucken. Eines prägte sich tief ein: das Haus, der Himmel über dem Haus, ein abendrötlicher Blau- und Gelbton und es konnte gut gewesen sein, dass ich auch ab und der anderen Seite der Straße Abendröte sah.

Weihnachten

Wir hatten keinen Baum und es war im Grunde genommen ein Abend wie jeder andere. Tante Gunda und Oma hatten für mich und meine Schwester etwas gebastelt. Erst aus Lametta, dann mit einem Kranz, der vorher in allerfeierlichsten Klemmen gedrückt wurde. Es wurde aus Glas­kugeln etwas gebastelt, dann Glasperlen­sterne und halboffene Glasperlen, vielleicht sogar ein paar Vogelchen. Auf jeden Fall costete es einige allerhübscheste Glasperlen­sterne, die Braunstein, das Fest, das schönste Wort der Welt.

Winterzeit

Sobald der erste Schnee gefallen war, bauten wir gemeinsam einen kleinen Schneemann. Dann setzten wir uns auf die alte Badewanne oder unsere selbstgebastelte Rutsche und rodelte den Sausberg hinunter. Das war ein Erlebnis! Und dann weiter zum Schlittschuhlaufen. Es ging Richtung Regnitz, wo sich die Kinder aus der ganzen Altstadt, vom Altenburger Hang oder vom Domberg trafen.

Auszüge aus Eisblumenkind von Albert Parsch · Fahner Verlag

Über den Autor

Albert Parsch

Albert Parsch, Autor von Eisblumenkind

Zeitzeuge & Erzähler

Albert Parsch wurde am 2. Juni 1945 in Bamberg geboren – nur wenige Wochen nach Kriegsende. Er wuchs in der Altenberger Straße auf, umsorgt von seiner Großmutter Kunigunde und seiner Mutter, bevor seine Mutter Albert Roth heiratete und die Familie in die Görnerstraße zog.

Nach seinen beruflichen Jahren in Nürnberg verschlug es ihn durch viele Länder und an die Orte der Vorfahren. Heute lebt er als überzeugter Franke in einer ehemaligen Mühle direkt am Fluss. Albert Parschs Kunst und seine Fotografie, mit großer Akribie gefertigt, sammelt und bewahrt er in Schönem und Altem – vom Automobil bis zur Zeitgeschichte.

Mit Eisblumenkind hat er seine Erinnerungen festgehalten – damit sie nicht verschwinden wie die Eisblumen an den Fenstern seiner Kindheit.

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„Wenn Nürnberg mein wäre, wollt’ ich’s in Bamberg verzehren“, meinte der Humanist Albrecht von Eyb … schöner kann man das wohl nicht sagen! – Albert Parsch, Eisblumenkind